Urlaubserlebnisse Teil 4

Tag 4

Nach dem Mörderprogramm gestern wollten wir es etwas weniger anstrengend angehen lassen. Auch deshalb dauerte unser Frühstück bei unserem Bäcker etwas länger. Wir kauften uns eine Tageskarte mit der wir den ganzen Tag alle Busse und Bahnen benutzen konnten. Auf dem Programm stand heute der Checkpoint Charly.

Ein Musthave meiner Frau. Mit Bus und U-Bahn waren wir schnell dort. Die Freidrichstrasse ist eine der nobelsten Einkaufstraßen Berlins mit Gucci und Lafajett und und und. Und irgendwo dazwischen (genauer zwischen dem Mauermuseum und McDonalds ) steht diese Holzbaracke. Ganz unwirklich und fehl am Platz. Und davor hunderte von Menschen die sich unbedingt mit den als GIs verkleideten Schauspielern und einer Russenmütze fotografieren lassen wollen. Wir kamen uns vor wie in Disneyland. Dieser Ort war so garnicht das, was  dieser Stadt an Gewalt und herrschaftlicher Wilkür angetan wurde. Kitsch und Komerz wie an sehr vielen Sellen in Berlin.

Auch das Mauermuseum, das wir uns nach dem obligatorischen Foto (wir fotografierten uns auf der Rückseite der Baracke) antaten war so ein Ort. Zeitlich und thematisch grob durcheinander gewirbeld fand man hauptsächlich Berichte über den Mauerbau und die tollkühnen Versuche diese zu überwinden. Natürlich waren die Autos in denen Menschen über die Grenze geschmuggelt wurden, das Ultraleichtflugzeug der beidenBrüder die ihren dritten Bruder aus der Zone holten oder das Geschirr, mit dem ein Vater seinen Sohn über die Mauer abseilte tolle Zeitzeugen. Aber alles war durcheinander und ungeordnet. Deshalb fand unsere Tochter diesen Besuch auch „beschissen“. Ernüchtert ließen wir uns darauf auch nicht vom Currywurstmuseum locken sondern machten uns auf den Weg zum Highlight unserer Tochter dem Machmitmuseum in Brenzlauer Berg. Die Gegend ist ja schon ein wenig – ich wills mal so sagen- verwegen. Google Maps brachte uns sicher bis vor die Tür einer Kirche. Wir staunten nicht schlecht, als wir feststellten, daß sich das Museum in dieser Kirche befand. Im Unteren Stockwerk drehte sich alles im das Monatsthema Geburt. (Der Hauptgrund für unseren Besuch) Von den verschiedensten Geburtsrieten und Bräuchen aus aller Welt über den biologischen Ablauf einer Schwangerschaft bis zu der begehbaren Gebärmutter mit Herz- und Darmgeräuschen einer virtuellen Mutter war alles vorhanden.

Im oberen Teil (1.Stock) gab es ein Kletterlabyrinth und jede Menge Möglichkeiten zum Basteln und (für die gestreßten Väter) ausruhen. Es war herrlich entspannend und alle waren glücklich. Auf dem Nachhauseweg kamen wir an der berliner-mauer-gedenkstaette vorbei. Hier konnte sich unser Kind auch mit 5 Jahren ein wenig ein Bild davon machen was hier in Berlin einmal los war.

Ein Stück Mauer und Grenzstreifen mit Wachturm und Stacheldrahtzaun blieben an dieser Stelle erhalten und von einem Aussichtsturm war alles einsehbar. Im Dokumentationszentrum ist Stockwerk um Stockwerk die Entstehung, der Bau und die Fluchtversuche sowie der Niedergang geordnet ausgestellt, so daß wir unserem Kind endlich genaueres erklären konnten. Natürlich hat sie nur wenig der politischen Zusammenhänge verstanden aber, daß an der Mauer Menschen gestorben sinde und daß dieser Mann auf der Pressekonferenz den Struz der Mauer und damit die Freiheit aller Berliner bewirkt hat fand sie ganz toll.

Abendessen gabs in der Nähe des roten Rathauses, da wir uns nochmal gemeinsam das Nikolaiviertel ansehen wollten. Dort fanden wir als einzige Beute des heutigen Tages eine Seifenblasenmaschine. Einfach wunderbar. Die mußten wir haben. Dabei hatten wir uns doch so tapfer enthalten. Der Italiener am roten Rathaus war anfangs ein wenig hochnäßig und gestreßt aber es schmeckte unheimlich lecker so daß unser kleier Vielfraß einen Teller Spaghetti verputzte, der sogar mich satt gemacht hätte. Das Eis danach muß wohl  in die vielen Zwischenräume zwischen den Nudeln gerutscht sein, denn auch davon blieb nichts übrig. Leider haben wir dort unsere Postkarten liegen lassen, sodaß keiner unserer Freunde und Verwandten von unserem Urlaub eine Karte erhalten wird. Und das obwohl alle Karten frankiert und mit Adresse versehen waren. Schade eigentlich.

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